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  Landesverband Berlin e. V.
 
                   

Informationsveranstaltung zur
Einführung der W-Besoldung an der TFH Berlin

Vage Formulierungen verunsichern!

[weitere Informationen zur W-Besoldung]

Da mit dem Jahr 2005 keine Berufungen nach C mehr erfolgen können, sind die Informationen über das neue Besoldungssystem besonders für die Kolleginnen und Kollegen interessant, die in der Gehaltsgruppe C2 sind. Besonders betroffen sind natürlich diejenigen, die noch einen Ruf nach C3 erwartet haben und ihn nun nicht mehr erhalten können.

Ca. 40 Hochschullehrer und -lehrerinnen waren am 26.01.2005 der Einladung des hlb Berlin zu einer Informationsveranstaltung zur Einführung der W-Besoldung an der TFH Berlin gefolgt. Unterstützt durch den Vizepräsident der hlb Bundesvereinigung, Herrn Siegel, stellte die Vorsitzende des Landesverbands Berlin, Frau Schwenk, die frisch durch den akademischen Senat verabschiedetet Satzung der TFH Berlin zur W-Besoldung vor. Ein aktueller Entwurf der die Details regelnden Richtlinie lag zwar noch nicht vor, aber der Präsident der TFH, Herr Thümer, ließ durchblicken, dass seine geplanten Änderungen nicht den Wechsel von der C- in die W-Besoldung unterstützten.

Gerade die erfahrenen Kolleginnen und Kollegen sehen sich einer steigender Arbeitsbelastung ausgesetzt, so werden z. B. gerade in einem Kraftakt sämtliche Studiengänge auf die neuen Abschlüsse Bachelor und Master umgestellt, nach der neuen Lehrverpflichtungsverordnung ist eine Anrechnung der Betreuung von Abschlussarbeiten auf das Lehrdeputat nun praktisch ausgeschlossen, die verstärkte selbstständige Arbeit der Studierenden betreut sich auch nicht von allein. Im Vergleich zu den C3-Kolleginnen und Kollegen vermissen die C2-ler jedoch die Anerkennung ihrer Leistungen. Auf der Informationsveranstaltung und in den vielen weiteren Gesprächen ist eine zunehmende Frustration spürbar. "Warum sollte ich mich für die Hochschule weiter engagieren?" ist eine oft gestellte Frage der "verlorenen C2-Generation".

Der am darauf folgenden Tag veröffentlichte neue Entwurf der Richtlinien enthielt tatsachlich keine einzige Regelung mehr für den Wechsel von C nach W. Ein an entscheidender Stelle eingefügtes "kann" verunsicherte zusätzlich. Selbst junge Neuberufene, die zunächst vom Leistungsanreiz der W-Besoldung überzeugt waren, ziehen sich erst einmal zurück nach dem Motto "C2 mit seinen Altersstufen ist mir wenigstens sicher, Zulagen können auch durch eine Nebentätigkeit erzielt werden."

Andere Berliner Hochschulen waren im Januar 2005 noch nicht so weit.

Kann es sich eine Hochschule leisten, in einer so wichtigen Umstellungsphase der Bildungslandschaft, die Motivation von 40 % ihrer Professorinnen und Professoren zu verlieren?

Angela Schwenk

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